Mittwoch, 22. Juni 2011

Naher Osten: Iranische Oppositionsgruppe verlangt Hilfe




Naher Osten: Iranische Oppositionsgruppe verlangt Hilfe

Der politische Flügel der Volksmojahedin fordert während einer Versammlung, die von prominenten amerikanischen Politikern besucht wurde, den Schutz einer Basis im Irak
Fernsehsender Aljazeereh - Die Leiterin einer iranischen Oppositionsgruppe hat die Vereinten Nationen aufgefordert, das in Ashraf, Irak, gelegene Lager ihrer entwaffneten Kämpfer zu schützen, nachdem nicht weniger als 35 Personen während eines Überfalls im April von der irakischen Armee getötet worden waren.

Während einer Versammlung, die am Samstag in der französischen Stadt Villepinte stattfand und an der Tausende teilnahmen, sagte Maryam Rajavi, die Leiterin des politischen Flügels der „Volksmojahedin (MEK)“, die Vereinten Nationen sollten zum Schutz der dort lebenden 3.400 Menschen Beobachter in das Lager entsenden.

Die irakische Regierung hat die Gruppe wiederholt aufgefordert, das Lager zu schließen und in ein anderes Land umzusiedeln. ...

Sie gilt seit 1997 in den Vereinigten Staaten als „terroristische Gruppe“, doch mehrere prominente amerikanische Politiker forderten während der Versammlung ihre Regierung auf, die zu Grunde liegende Entscheidung aufzuheben.

Unter diesen amerikanischen Politikern waren Tom Ridge, Minister für die innere Sicherheit unter Präsident George W. Bush, Andrew Card, Stabschef des Weißen Hauses unter Präsident Bush sowie Rudy Giuliani, der frühere Bürgermeister von New York City.


Rudy Giuliani, früherer Bürgermeister von New York City, gehörte zu den amerikanischen Politikern, die während der Versammlung die MEK unterstützten

„Die terroristische Organisation, um die sich die Vereinigten Staaten kümmern sollten, ist der Iran, nicht die MEK … Wenn ich an den Iran denke, so denke ich an Hamas, Hizbollah und den palästinensischen Islamischen Jihad. Und ich denke an sein Streben nach Atomwaffen,“ sagte Ridge.

„Der Grund dessen, dass die MEK ihnen so ein Dorn im Auge sind, liegt einfach darin, dass sie einen anderen Iran zu führen bestrebt sind, einen friedlichen, toleranten, nicht-nuklearen Iran; darum bin ich hier und bringe ihnen, mit vielen anderen Menschen, meine entschiedene Unterstützung. Seit ein paar Reihen sind viele Amerikaner, Republikaner und Demokraten, Liberale und Konservative, in den USA und anderswo dafür, dass die MEK von der Terrorliste gestrichen wird; wir unterstützen die Einwohner [des Lagers Ashraf], wir können uns sichere Orte für sie vorstellen, an denen sie leben und ihre Familien erhalten können, um hoffentlich irgendwann das tyrannische Regime in Teheran zu ersetzen.“

Während der Versammlung sagte Card, er hoffe, dass seine Regierung die MEK von der Terrorliste streichen und ihre Mitglieder schützen werde.

„Wir … wissen, dass die Vereinigten Staaten versprochen haben, die MEK-Mitglieder, die im Lager Ashraf zu leben, zu schützen,“ sagte er.

„Ich hoffe, dass die Vereinigten Staaten diese Verpflichtung einhalten, und ich hoffe, sie werden einsehen, dass die MEK Verbündete im ‚Krieg gegen den Terror’ und nicht etwa Terroristen sind; sie sollten von der amerikanischen Terrorliste gestrichen werden, und die Vereinigten Staaten sollten ihnen uneingeschränkte Unterstützung gewähren, denn sie sind das Vorbild für die Demokratie im Irak und für eine bessere Demokratie im Iran.“


‚Sehr zerbrechlich’

Frau Rajavi sagte, die internationale Gemeinschaft müsse deren Basis im Irak schützen, um die „Erhebung“ im Iran zu unterstützen.

„Ich glaube, das Mullah-Regime [im Iran] ist sehr, sehr zerbrechlich – wie früher. Wir setzen die Erhebung im Iran sehr optimistisch fort. Ich glaube auch, dass der Schutz der Bewohner Ashrafs für das iranische Volk notwendig ist, denn sie sind das Symbol der Ausdauer, der Hoffnung und der Standhaftigkeit. Wir müssen die Bewohner Ashrafs schützen, um die Erhebung im Iran fortzusetzen,“ sagte sie.

Die MEK wurde von der Europäischen Union im Jahre 2002 auf die Liste verbotener Organisationen gesetzt; das Verbot wurde im Jahre 2009 aufgehoben, nachdem eine Reihe von Gerichtsverfahren zu ihren Gunsten ausgegangen war.

Die Gruppe, in Opposition zu den iranischen Regierungen seit den 60er Jahren, erklärt, sie strebe eine demokratische, säkulare Regierung im Iran an.

Mitglieder der Gruppe waren im Jahre 1979 am Sturz des – von den USA unterstützten - Schahs Mohammed Reza Pahlavi beteiligt.

Nach der Revolution trennte sich jedoch die Gruppe von Ayatollah Ruhollah Khomeini; tausende ihrer Mitglieder wurden hingerichtet, inhaftiert bzw. ins Exil vertrieben. ...

Rede von Maryam Rajavi auf der größten Kundgebung von Exiliranern im Ausland - Villepinte

Die Rede von Maryam Rajavi auf der größten Kundgebung von Exiliranern im Ausland - Villepinte

Im Namen Gottes,
im Namen des Iran,
im Namen der Freiheit,
im Namen der Erhebungen und der demokratischen Revolutionen in der islamischen Welt, im ganzen Mittleren Osten und Nordafrika,
im Namen der Galaxie der Opfer, der 120.000 gefallenen Helden und Heldinnen, heute, im Gedenken an den 20. Juni 1981,

als der Widerstand gegen die Tyrannei begann;

im Namen von Moussa Khiabani, Ashraf Rajavi, Sedigheh Mojaveri, Neda Hassani, Asiyeh Rakhshani, Saba Haftbaradaran, Saeed Chavoshi, Hanif Kafaii und Mansour Hajian und im Namen der 36 Opfer, die bei dem Massaker am 8. April in Ashraf getötet wurden;

im Namen des standhaften Ashraf, der Stadt der Ehre und Hoffnung,

der Fackel, des Leitlichts im Kampf des iranischen Volkes um

den Sturz der klerikalen Diktatur, die den Iran beherrscht;
und im Namen der Gerechtigkeit, die acht Jahre nach dem

17. Juni 2003 Recht behalten hat:

Liebe Landsleute,
liebe unvergessliche Freunde und Unterstützer des iranischen Widerstandes,

vor 71 Jahren rief General Charles de Gaulle aus dem Exil

den französischen Widerstand gegen den Nationalsozialimus aus.

Seine Stimme klingt noch nach: »Was auch geschehen möge,

die Flamme des Widerstandes darf nicht ausgelöscht werden

und sie wird nicht ausgelöscht werden.«

Ja, der Widerstand wird nicht ausgelöscht werden, er strebt das Ideal der Freiheit zu verwirklichen.

So grüßen wir die Frauen und Männer, die sich im Iran erheben, wir grüßen die Aktivisten des Widerstandes innerhalb und außerhalb des Iran, besonders die, die Proteste in Washington, D.C. und Genf veranstalten; Monat für Monat setzen sie sich für die Verteidigung von Ashraf und für die Freiheit des iranischen Volkes ein.

Wir grüßen gleichfalls die politischen Gefangenen, die in ganz Iran in Haftanstalten festgehalten werden.
Und eine von ihnen, meine Schwester Mahin Saremi ist heute bei uns und steht für alle tapferen Gefangenen.

Sie war seit dem 20. Juni 1981 mehrmals festgenommen und beim letzten Mal zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Doch es gelang ihr, den Gefolgsleuten der Mullahs zu entkommen. Wir preisen ihren Mut und grüßen alle politischen Gefangenen im Iran von Herzen.

Wir ehren das Gedenken ihres ermordeten Gemahls Ali Saremi, des hervorragendsten politischen Gefangenen im Iran, der 24 Jahre im Gefängnis verbrachte.

Unseren Segensgruß allen Hinrichtungsopfern, allen, die in Gefangenschaft sitzen, und ihren tapferen Müttern und Schwestern.

Und Segen den Familien aller Opfer, Dank für ihre mutige Teilnahme an den Erhebungen.

Liebe Landsleute,
ich beglückwünsche euch zum 30. Jahrestag unseres Widerstandes, der größten und längsten Widerstandsbewegung in der Geschichte unserer Nation.

Sie ist ein Grund zu Ehre und Stolz bei allen Iranern.

Wie der Führer des Widerstandes, Massoud Rajavi, früher sagte:
– Es ist bewiesen, dass eine Viper keine Taube gebären und dass dieses Regime nicht reformiert werden kann.
– Es ist bewiesen, dass der Gedanke der Mäßigung innerhalb des Velayat-e-Faqih-Regimes (Oberherrschaft der religiösen Diktatur, d.Ü.) eine bloße Illusion ist.
– Es ist bewiesen, dass die Theokratie, die an der Macht ist, keine Alternativen zu ihrem Stil der Herrschaft hat.
– Es ist bewiesen, dass diesem Regime jede soziale, historische und politische Legitimität fehlt und dass es der Souveränität und dem Willen des Volkes von Grund aus fremd ist.
– Es ist bewiesen, dass dieses Regime demagogisch und menschenfeindlich ist, dass es sich ohne Folter, Hinrichtungen, zum Teil durch Erhängen, ohne Krieg, ohne den Export von Krisen und Terrorismus nicht an der Macht halten kann.
– Und es ist bewiesen, dass die Lockungen des Regimes mit Anreizen, Ausgleich und Versöhnung, ebenso die Klassifizierung seiner ernsthaftesten Opponenten als Terroristen, die Bombardierung dieser Opponenten, die Fälschung von Dossiers gegen sie, – dass all dies als Hebel gegen die Veränderung und den Sturz des Regimes gewirkt hat.

Ja, die falschen Hoffnungen sind verfallen und das iranische Volk sagt nein zur Verständigung, es lehnt es ab, sich der Velayat-e-Faqih-Verfassung zu unterwerfen, es sagt nein zur Totalität des religiösen Faschismus.

Und – im Gegensatz dazu – wir sagen ja zu Freiheit, Demokratie und Gleichheit, ja zur Trennung von Kirche und Staat.

Und nun seht dieses wankende Regime an.

Im Laufe des endlosen Kreislaufs der Vernichtung anderer politischer Richtungen, bei dem es immer engstirniger wird, frisst es die verschiedenen Richtungen im eigenen Lager. So
– wurde der designierte Nachfolger Khomeinis entfernt,
– steht der Mann, der unter Khomeini acht Jahre lang Premierminister war, unter Hausarrest,
– wurde Hashemi Rafsanjani, die größte Stütze von Khomeinis Herrschaft, Ende 2010 gedemütigt und aus der Führung der Versammlung der Experten ausgeschlossen, und es ist ein bösartiger Machtkampf zwischen Khamenei und Ahmadinedschad ausgebrochen.

Mit mehreren Schlägen hat der Oberste Führer versucht, Präsident Ahmadinedschad, den Mann seiner Wahl, der sich mit einer begrenzten Bedeutung nicht zufrieden gibt, zu disziplinieren. Doch in Wahrheit schießt Khamenei sich und damit dem ganzen Regime in den Fuß.

Diese Vorgänge spiegeln die Unzufriedenheit und die kritische Situation auf der Straße wider, Zustände, die das Regime erschüttern.

Es ist das Zittern vor dem Sturz des Regimes.

Und wir sagen ihnen: Zittert und fürchtet euch noch weiter, denn unsere Nation kann es nicht erwarten, euch zu stürzen.

Schauen Sie auf die jungen Menschen, die mit der Erhebung begonnen haben. Schauen Sie auf dieses begeisterte Sehnen nach Freiheit.

Sie alle stehen bereit, dieses Regime und alle seine Übel von den vier Enden unserer Nation abzuwischen.

Ja, ihr seid bereit und demokratische Revolutionen im Nahen Osten sind euch zu Hilfe gekommen. Das syrische Regime, der wichtigste strategische Verbündete des Mullahregimes, steht kurz vor dem Zusammenbruch. In der ganzen Region löst sich das Bündnissystem des Regimes auf.

Von Afghanistan über den Irak bis Syrien, überall verlangen die Menschen, dass das iranische Regime aus ihren Ländern vertrieben werde.

Das Regime der Mullahs ist bankrott. Internationale Sanktionen engen seinen Handlungsraum immer mehr ein.

Und der Plan, Subventionen zu streichen, das größte wirtschaftliche Projekt des Regimes seit dreißig Jahren, droht zu scheitern.

Es ist ein Ergebnis dieser Entwicklungen, dass Khamenei und Ahmadinedschad zerstritten sind.

Vor acht Jahren errichtete Khamenei in dem Versuch, Widerstand und Volkserhebungen abzuwehren, das ultrareaktionäre Projekt des »Prinzipalismus« und setzte Ahmadinedschad zu seiner Durchsetzung ein.

Diese Initiative, die den Stillstand des Regimes durch Bewegung auf internationaler Ebene zu durchbrechen suchte und die Revolutionären Garden und die Bassiji freikaufen wollte, ist gescheitert, wie sich jetzt zeigt.

Wahrhaftig ist die vorgetäuschte Mäßigung gescheitert und das faschistische Führerprinzip ist auf Grund gelaufen.

Doch stolzer als je, siegreich, in Führung steht die demokratische Alternative zum klerikalen Regime.

Darum sagen wir den Mullahs: Macht nur so weiter. Taucht immer nur tiefer in Verzweiflung und Hass!

Der Tag der Abrechnung ist gekommen. Euer Ende ist gekommen.

Hört auf den Gesang des arabischen Frühlings: „Die Menschen verlangen den Sturz der Regimes. „

Ja, wir sagen den herrschenden Mullahs: Ihr könnt eurem sicheren Schicksal, gestürzt zu werden, nicht entkommen.

Ja, die Menschen im Iran wollen den Sturz des Velayat-e faqi als ganzes und sie werden ihn herbeiführen.


Liebe Landsleute,
der Angriff auf Ashraf am 8. April war ein Versuch des Regimes, die in der iranischen Gesellschaft sich erhebende Kraft der Freiheit niederzuhalten, besonders nachdem die öffentlichen Proteste im Februar 2011 wiederaufgenommen worden waren.

Am 28. und 29. Juli 2009, acht Wochen nach Beginn der Erhebungen im Iran musste der Oberste Führer (Khamenei) dringend Ashraf angreifen, um das innere Gleichgewicht zu halten. Das Überleben des Regimes hängt direkt von der Vernichtung der Opposition ab.

Diese Tatsache konnte in den vergangenen dreißig Jahren viele Male überprüft werden. Jetzt haben die politischen Feuerstürme in der Region die Krise verschärft und das Regime in seinen Grundfesten erschüttert.

Darum griffen Kolonnen von gepanzerten Fahrzeugen Ashraf an, um es völlig zu vernichten.

Eure Feinde wollten Ashraf vernichten. Aber Ashraf ist nun in der ganzen Welt anerkannt als der brennende Widerstand des iranischen Volkes gegen Unterdrückung.

Sie wollten das Feuer auslöschen. Aber Ashraf entzündete das Feuer in den Herzen und Köpfen von Millionen Iranern, dieses Feuer kann nie mehr ausgelöscht werden.

Dies ist die Ehre des iranischen Volkes, das Zenith des zehnjährigen Ausharrens von Ashraf.

Glück dieser Generation, die die unwandelbare Standhaftigkeit im Widerstand gegen die Unterdrückung verkörpert.

Und Glück dem Führer und Mentor, der diese Generation das Beharren lehrte, der sie mit Pietät, Ehrlichkeit und Demut ernährte. Diese Generation ist der Schatz des iranischen Volkes auf dem Weg zur Freiheit.

Glück Massoud Rajavi, dem Führer und Mentor dieser Generation.

Verehrte Teilnehmerinnen und Teilnehmer,
zu gleicher Zeit brachte der Überfall auf Ashraf eine andere Tatsache ans Licht: die Notwendigkeit, die Bewohner von Ashraf zu schützen, die nationale und internationale Pflicht, sie zu schützen.

Die Weltgemeinschaft, verkörpert besonders durch die Vereinten Nationen und die Vereinigten Staaten, ist verantwortlich für den Schutz der Bewohner von Ashraf, für ihre Sicherheit.

Und wir sagen den Vereinten Nationen und den Vereinigten Staaten: Ihr habt nicht das Recht, euch auf die irakische Souveränität zu berufen, um eure Tatenlosigkeit gegenüber Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu rechtfertigen. Mit dieser Untätigkeit verletzt ihr schreiend eure internationalen Verpflichtungen.

Vor hundert Tagen hat das Europäische Parlament erklärt, Souveränität und nationale Gesetze könnten nicht daran hindern, sich gegen Menschenrechtsverletzungen zu wenden. Die Libyen betreffenden Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen haben die Streitkräfte der Vereinten Nationen und seiner Mitglieder verpflichtet, unbewaffnete Bürger vor Gewalt zu schützen.

Die Berufung auf die irakische Souveränität als Rechtfertigung des Angriffs auf Ashraf ist von patriotischen irakischen Politikern mit den besten Gründen zurückgewiesen worden.

In einem Brief an Nouri al-Maliki nimmt Dr. Iyad Allawi zu dem Verlangen des iranischen Regimes, Ashraf anzugreifen, Stellung. Er schreibt: »Diese schwierige Sache müssen wir im Einklang mit der Ehre, dem Ansehen und der Würde des irakischen Volkes behandeln und dürfen uns nicht nach den Einfällen dieser oder jener Partei richten.«

Dr. Allawi fügt hinzu: »Mein Brief über die iranischen Volksmodjahedin wurzelt im Herzen der zivilisierten Kultur des Irak, in den progressiven Werten unseres Volkes und basiert auf internationalen Normen, die der Irak anerkennt.«

Der Vorsitzende der Partei Al-Iraqiya, der in der vergangenen Woche ein Verfahren gegen Maliki forderte, sprach unverblümt zum irakischen Volk über den neuen Diktator des Landes: »Das iranische Regime hat Maliki dazu verholfen, Premierminister zu werden … Er hat Unschuldige inhaftiert und Korruption und Menschenrechtsverletzungen zu neuen Höhepunkten geführt … Er lügt und täuscht die Menschen … Tyrannen haben heute alle göttlichen und menschlichen Grenzen überschritten … Sie haben zu den Mitteln der Diktatur gegriffen, haben die Unterdrückung verstärkt, zahllose Menschen getötet und einen beklagenswerten politischen Fanatismus entwickelt. Sie plündern, brennen und vergießen Blut. Wohin sie auch kommen, da richten sie Zerstörung an. ....«

Tatsächlich hat der Angriff auf Ashraf mit der Souveränität des Irak nichts zu tun. Das Massaker wurde im Büro Khameneis geplant und sollte das Velayat-e faqi sichern. Es war ein Angriff auf das Fundament der Freiheit des iranischen Volkes.

Wir beglückwünschen die Menschen in Ashraf, die die Fahne des Widerstandes im Angesicht des üblen religiösen Fanatismus gehisst haben.

Ich betone: Wie der europäische Vorschlag verlangt, muss die Blockierung von Ashraf sofort beendet werden. Die bewaffneten Kräfte müssen das Lager verlassen und es muss unverzüglich eine unparteiische Untersuchung des Massakers vom 8. April beginnen.

Warum werden internationale Delegationen am Besuch von Ashraf gehindert?
Warum habt ihr der Delegation des Europäischen Parlament verweigert, Ashraf zu besuchen?
Warum habt ihr der Delegation des US-Kongresses verboten, Ashraf zu besuchen?
Warum habt ihr arabischen Abordnungen nicht gestattet, nach Ashraf zu reisen?
Was verbergt ihr anderes als ein schweres Verbrechen gegen die Menschlichkeit, ein Kriegsverbrechen?

Bis zur völligen Lösung dieser Angelegenheit ist es also notwendig, dass die Vereinten Nationen den Schutz von Ashraf übernehmen und dass UN-Vertreter im Lager stationiert werden.

Wir bitten die USA und die Europäische Union, den Schutz dieser Vertreter zu gewährleisten.

Dies ist die am wenigsten aufwendige, doch die dringendste Forderung zum Schutz des Lebens der Volksmodjahedin in Camp Ashraf.

Eine Mehrheit im Französischen Senat und in der Nationalversammlung, außerdem 5500 französische Bürgermeister haben eine bewundernswerte Stellungnahme zu dieser Angelegenheit abgegeben. Auch Parlamentarier in 40 Ländern, auf fünf Kontinenten haben diese Position dargelegt.

Dies ist die lauteste Bekräftigung dessen, dass der Kampf des iranischen Volkes und seiner tapferen Kinder gerecht ist.

Das Volk von Syrien hat jedes Recht zu verlangen, dass die gepanzerten Fahrzeuge und schweren Waffen des Bashar Assad aus seinen Wohnvierteln entfernt werden.

Das Volk von Libyen hat jedes Recht zu sagen, dass das Schießen der Streitkräfte Gaddafis auf Zivilisten beendet werden muss.

Und die Bewohner von Ashraf haben jedes Recht zu sagen: Dreht eure Kanonen von unseren Tempeln weg.

Ich muss auch dies betonen: Die Vereinigten Staaten sind dafür verantwortlich, dass der Schutz von Ashraf den Irakern übergeben wurde. Sie übergaben ihn einer Regierung, deren Absicht, die Bewohner zu unterdrücken, bereits klar war.

Gleichermaßen sind die US verantwortlich dafür, dass der Weg zu Veränderungen im Iran blockiert wurde, denn sie haben die Hauptkraft der Veränderungen im Iran durch eine unberechtigte Etikettierung in Fesseln gelegt.

Ich rufe die Vereinigten Staaten auf, dem Urteil eines Gerichtshofes zu entsprechen und dem Appell von Kongressmitgliedern und hohen früheren Regierungsbeamten zu folgen, welche den Widerruf der Klassifizierung der Volksmodjahedin als Terrorgruppe und die Anerkennung des iranischen Widerstandes fordern.

Wir rufen die Vereinigten Staaten auf, dieses als ungerecht herausgestellte Etikett zu entfernen und die gescheiterte Politik der Beschwichtigung und Zusammenarbeit mit dem Zentralbankier des Terrorismun – nämlich den Mullahs – zu beenden. Das ist auch im Interesse der US Bevölkerung. Wir rufen die Vereinigten Staaten auf, die Politik zu ändern, die bisher als Barriere auf dem Weg zur Freiheit des iranischen Volkes gewirkt hat.


Liebe Schwestern und Brüder,

eure Standhaftigkeit hat die größte Verschwörung gegen die Widerstandsbewegung besiegt.

Die Akte der Verschwörung über den Angriff vom 17. Juni 2003, mit ihren hunderttausenden Seiten von falschen Beschuldigungen und mindestens 10.000 Dokumenten, die vom Regime in Teheran gefälscht wurden, diese Verschwörung ist nach einer der umfangreichsten Untersuchungen in der französischen Geschichte zusammengebrochen.

Ich beglückwünsche euch wegen eures Ausharrens, das die größte Verschwörung gegen den iranischen Widerstand besiegt hat.

Eure heutige Versammlung gilt daher der Feier des Sieges und dem Stolz.

Acht Jahre lang planten sie Böses, um die Widerstandsbewegung des Volkes in Ketten zu legen. Aber dieser Widerstand hat sie überwunden und ist gerechtfertigt worden.

Ja, in seinem glänzenden Urteil hat die französische Justiz die Legitimität und Integrität des iranischen Widerstandes gegen den religiösen Faschismus bestätigt.

Dieses Urteil ist ein Grund des Stolzes für alle Franzosen, die den Widerstand unterstützt haben, besonders die ehrenwerten und angesehenen Rechtsanwälte, Justizbeamten und andere Persönlichkeiten.

Unsere Glückwünsche ihnen allen, die die Stimme des Gewissens Frankreichs und ganz Europas sind.

Dieses Ergebnis ist zugleich der wichtigste Schritt auf dem Wege eures Widerstandes zum Sieg über die Verteufelungskampagne.

Man muss sich nur an die Flut abscheulicher Beschuldigungen gegen die Widerstandsbewegung erinnern:

Uns wurden Folter und Mord an eigenen Mitgliedern vorgeworfen, wir betrieben nach diesen Anschuldigungen Personenkult, töteten hunderttausende irakische Kurden und Shiiten, machten uns der Geldwäsche schuldig, bildeten kriminelle Organisationen, hielten junge Menschen und Frauen gegen ihren Willen fest, wir sollten im Iran unpopulär sein, und der schlimmste Vorwurf war der des Terrorismus.

Und jetzt sind die, die diese Anschuldigungen fabriziert haben, unter ihrem Schutt begraben.

Was war der Zweck all dieser Verleumdungen?

Drei Jahrzehnte lang wurden mit diesen Anschuldigungen Mord und Folter am iranischen Volk und seinem Widerstand gerechtfertigt.

Aber eure Beständigkeit, der Standhaftigkeit von Ashraf gleich, hat diesen giftigen Angriff zertreten.

Ihr wart in Dutzenden Gerichtshöfen Europas und der Vereinigten Staaten siegreich.

Ihr habt die Vorwürfe zunichte gemacht, ihr habt erreicht, dass die Ächtung dieser Bewegung im Vereinigten Königreich, in der Europäischen Union, in Frankreich und in den 16 deutschen Bundesländern aufgehoben wurde.

Und ihr werdet ohne Zweifel erreichen, dass die Brandmarkung der Volksmodjahedin beim amerikanischen Außenministerium widerrufen wird.

Nun ist es Zeit, sich mit den Akten über die Verbrechen des Mullahregimes zu beschäftigen. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen muss sich mit diesem Thema befassen, damit das iranische Volk wisse, wer auf internationaler Ebene zu ihm steht und wer zu den Mullahs hält.

Der Sicherheitsrat muss die Akten über die Mullahs dem Internationalen Strafgerichtshof im Haag übergeben.

Das iranische Volk will einen Haftbefehl gegen Khamenei, es will, dass er festgenommen werde, und das wird auch geschehen.


Liebe Landsleute,

die Zeit des Vorankommens und des Siegs der demokratischen Revolutionen hat sich angekündigt.

Die Zeit der Frauen,
die Zeit der Jugend,
die Zeit der Erhebung und des heftigen Kampfes,
die Zeit für Studenten, Arbeiter und Lehrer,
die Zeit für die unterdrückten Iraner in Kurdistan, Baluchistan, Khuzestan und Irak ist gekommen,

wahrhaftig, die Zeit, die religiöse Diktatur zu beenden, ist gekommen.

Wir können und müssen den Sieg für Widerstand und Freiheitsbewegung erkämpfen.

Die Mullahs arbeiten in wahnsinnigem Tempo an Nuklearwaffen, um zu überleben.

In unseren Anstrengungen, eine gedeihende Gesellschaft zu schaffen, verhelfen wir einer millionenmal stärkeren Kraft zur Geltung. der freien Wahl und der Verantwortung aller Menschen im Iran, besonders der Frauen und der Jugend.

Unser Ziel ist es, eine freie und demokratische Republik zu errichten, die auf der Trennung von Kirche und Staat sowie der Gleichheit der Geschlechter basiert und den gleichen Anteil der Frauen an politischer Führung besonders betont, und die atomfrei ist.

Unsere Plattform lässt sich in drei Worten zusammenfassen: Freiheit, Gleichheit und Primat der Wahl des Volkes.

Freiheit und Demokratie sind von Anfang an unsere Ideale gewesen.

Wir kämpfen nicht dafür, wir leisten unsere Opfer nicht dafür, Macht zu gewinnen.

Wir sind nicht einmal darauf bedacht, einen Anteil an Macht und Regierung zu erhalten.

Unsere größte Mission ist die Errichtung der Volkssouveränität und der Demokratie.

Wie wir es von Massoud Rajavi gelernt haben, wären wir damit zufrieden, (in einer freien Iran) in der Opposition zu bleiben und würden es als Ehre empfinden, uns zu opfern, damit das Volk des Iran frei wählen könnte.


Liebe Landsleute,

ich denke immer, ob einmal ein Ende sein wird mit dem Schmerz der Millionen iranischen Frauen und Männer, ob sie sich einmal eines Lebens ohne Angst werden erfreuen, einmal Glück und Freiheit im Übermaß werden genießen können.

Ich will ihnen antworten, so laut ich kann: Ja, ich selbst und wir alle haben all die Not angenommen, alles, um diese Hoffnung am Leben zu halten und dieses Begehren zu erfüllen. Wir haben alles hingegeben bis zu dem hellen Morgen und dem wohlhabenden, sicheren und ruhigen Leben für alle Iraner und für die Menschen in der Region.

Wir sind mit Leib und Seele zuversichtlich in der Erwartung des Triumphs der Freiheit.

Der Weg zu Wechsel und Revolution, der Weg der Erhebung, den diese Generation geht, leuchtet hell. Und in der Kraft dieser Standhaftigkeit möge Ashraf uns die Siegesbotschaft bringen.

Glück und Segen der Freiheit,
Glück und Segen für Ashraf,
Glück und Segen dem Volk des Iran.

Große Versammlung iranischer Dissidenten (Le Parisien)

Große Versammlung iranischer Dissidenten (Le Parisien)

Von Gwenael Bourdon
Le Parisien, den 18. Juni – Es war eine große politische Demonstration und zugleich ein dringender Aufruf zur Menschlichkeit. An diesem Nachmittag sind Zehntausende im Parc des Expositions von Villepinte zusammenkommen – auf Einladung des „Französische Komitees für einen freien Iran“ und des „Nationalen Widerstandsrates des Iran“, der gegen das Teheraner Regime opponierende Gruppen in sich vereinigt.

Im Zentrum dieser Veranstaltung lag das Schicksal der iranischen Flüchtlinge, die im Lager Ashraf, im Irak, leben. Es ist die Wohnstätte von 3 400 Menschen; es wurde im April von der irakischen Armee brutal überfallen. Dabei fanden 30 Flüchtlinge den Tod.

„Die Bewohner des Lagers – Gegner des Mullah-Regimes – waren vollkommen ohne Waffen,“ sagte Afshin Alavi, der Sprecher des „Nationalen Widerstandsrates des Iran“.

Seit dem Überfall fordern die Vereinten Nationen eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls; sie wird von der irakischen Armee verhindert. Die Veranstalter bekunden ihre Unterstützung des Plans, der unlängst dem Europäischen Parlament zum Schutz der Bewohner des Lagers Ashraf unterbreitet wurde.

Eine Reihe von angesehenen Politikern wurde erwartet, darunter der frühere Bürgermeister News Yorks Rudolph Giuliani, ebenso Delegationen des Europäischen Parlaments und der Abgeordnete Jean-Pierre Brard. Die Veranstalter erwarteten zehntausende Teilnehmer aus Europa, den Vereinigten Staaten und Australien.

Allein aus Deutschland kamen 700 Busse. Das Datum ist hochsymbolisch. Denn genau vor acht Jahren wurde die iranische Gemeinschaft in Frankreich von einer Verhaftungswelle getroffen, die auch Auvers-sur-Oise (Val-d’Oise) erreichte. Darnach wurden 24 Personen wegen Beteiligung an terroristischen Handlungen angeklagt. Anfang Mai ließ die Justiz ihre Beschuldigungen fallen.

Paris - Die größte Versammlung iranischer Exilanten im Ausland






mit der Anwesenheit Hunderter Politiker und Parlamentarier aus den Vereinigten Staaten, Europa und dem Nahen Osten

Erklärung von 4000 Parlamentariern, Mehrheitsresolutionen von 30 Parlamenten

Aufruf, Ashraf sofort Schutz zu gewähren, Verurteilung einer Verlegung der Siedlung innerhalb des Irak, Forderung, den Nationalen Widerstandsrat Iran anzuerkennen

Auf einer großen, ermutigenden Versammlung, die am Sonnabend, dem 18. Juni 2011 nachmittags im Auditorium von Villepinte bei Paris stattfand, riefen Iraner die Vereinten Nationen auf, Ashraf mit der Hilfe der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union sofort Schutz zu gewähren.

Sie lehnten überdies jede Verlegung der Bewohner von Ashraf innerhalb des Irak ab und erklärten ihre Unterstützung der Lösung für Ashraf, die von der Europäischen Union vorgeschlagen wurde. Die Teilnehmer bezeichneten es als gesetzeswidrig, dass das US-Außenministerium die Klassifizierung der Organisation der Volksmudschaheddin des Iran (PMOI/MEK) als terroristische Organisation immer noch aufrecht erhält. Damit, erklärten die versammelten Iraner, beteiligten sich die Vereinigten Staaten an der Unterdrückung des iranischen Volkes und seines Widerstandes. Die Gäste aus anderen Ländern riefen die Regierung der Vereinigten Staaten auf, das Urteil des Berufungsgerichts der Vereinigten Staaten vom vergangenen Juli zu erfüllen und die Ächtung der PMOI als terroristischer Gruppe sofort aufzuheben.

Es nahmen auch Hunderte Politiker und Parlamentarier aus Ländern aller fünf Erdteile, die ein breites Spektrum politischer Ansichten vertraten, an dieser größten Versammlung iranischer Exulanten teil. Diese hohen Würdenträger sprachen ihre Unterstützung für den iranischen Widerstand aus, traten für die Rechte von Ashraf ein und riefen die internationale Gemeinschaft auf, den Nationalen Widerstandsrat Iran anzuerkennen.


Die Hauptrednerin der Versammlung war Frau Maryam Rajavi, gewählte Präsidentin des iranischen Widerstandes. Nach ihr redeten folgende Persönlichkeiten:

Rudolph Giuliani, ehemaliger Bürgermeister von New York und Präsidentschaftskandidat 2008; Bob Filner, Mitglied des US-Kongresses; Prof. Rita Süssmuth, ehemalige Präsidentin des Deutschen Bundestages (1988-1998); Richter Michael Mukasey, früherer US-Justizminister (2007-2009); Botschafter John Bruton, ehemaliger Premierminister von Irland (1994-1997) und irischer Botschafter bei den Vereinigten Staaten (2004-2005); Jean-Pierre Brard, Mitglied der Französischen Nationalversammlung; Andrew Card, Stabschef des Weißen Hauses unter Präsident George Bush (2001-2006); Tom Ridge, der erste Minister für innere Sicherheit in den Vereinigten Staaten (2003-2005); Alejo Vidal Quadras, Vizepräsident des Europäischen Parlaments; Geir Haarde, früherer Premierminister von Island (2006-2009); Lord Corbett of Castle Vale, Oberhaupt der Labour-Gruppe im britischen Oberhaus; Nariman al-Rousan, Mitglied des Jordanischen Parlaments; Aude de Thuin, Autorin und Gründerin des Women’s Forum (Frauenforum); Sid Ahmed Ghozali, ehemaliger Premierminister von Algerien; Robert Torricelli, ehemaliger US-Senator; Carlo Ciccioli, Mitglied des Italienischen Parlaments; Jean-Charles Rielle, Mitglied der Schweizerischen Bundesversammlung (Parlament) und Henri Leclerc, Ehrenpräsident der Menschenrechtsliga Frankreichs.

Eine Reihe von französichen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, darunter Jean-Pierre Béquet, Bürgermeiister von Auvers-sur-Oise;, Nelly Rolland, Bürgermeisterin von Villepinte und Maurice Boscavert, Bürgermeister von Taverny, sprachen ebenfalls und erklärten die Unterstützung von 5000 französischen Stadtoberhäuptern für den iranischen Widerstand.

Die Versammlung fand kurz vor dem 20. Juni, dem Tag der Märtyrer und der politischen Gefangenen im Iran, statt. In Begleitung von Frau Rezaii, Mutter von sieben Märtyrern, Frau Mahin Saremi und einer Reihe von französischen Parlamentariern ehrte Frau Maryam Rajavi das Gedenken an 120.000 Märtyrer des iranischen Volkes, die in dem bereits dreißig Jahre währenden Kampf gegen die klerikale Diktatur getötet wurden, darunter die Märtyrer der letzten zwei Jahre und die, die in dem kriminellen Angriff auf Ashraf, der vor kurzem verübt wurde, ihr Leben ließen.

Frau Mahin Saremi, Gattin Ali Saremis, eines Unterstützers der PMOI, nahm an der Veranstaltung teil. Ali Saremi war der hervorragendste politische Gefangene des Iran und wurde im vergangenen Jahr vom iranischen Regime erhängt, nachdem er 24 Jahre Gefängnis und Folter erduldet hatte. Frau Saremi, die seit den achtziger Jahren mehrmals festgenommen und inhaftiert worden war, wurde kürzlich zu zehn Jahren Haft verurteilt, konnte aber dem iranischen Regime entkommen und nach Paris reisen. Akbar, Sohn von Ali und Mahin Saremi, lebt in Ashraf.

Viele Familien von Märtyrern des iranischen Widerstandes, besonders der Märtyrer des Überfalls auf Ashraf am 8. April, und viele Verwandte der jetzigen Bewohner von Ashraf waren ebenfalls bei der Versammlung zugegen.

Auf der Veranstaltung wurde auch eine Erklärung verkündet, in der über 4000 Parlamentariern aus 40 Ländern aller Weltgegenden ihre Unterstützung des iranischen Widerstandes und namentlich der Bewohner von Ashraf aussprechen. Die Autoren, darunter die Mehrheit des Europäischen Parlaments, die Mehrheit des Parlamentarischen Rates des Europarates und die Mehrheiten der Parlamente von 28 Staaten, forderten dringend Schutz für Ashraf durch die Vereinten Nationen, die Vereinigten Staaten und die Europäische Union, die sofortige Aufhebung der Blockade von Ashraf – besonders, hoben sie hervor, müsse der freie Zugang zu medizinischer Versorgung sichergestellt werden – und eine unparteiische, umfassende und unabhängige Untersuchung der Verbrechen, die am 8. April in Ashraf verübt wurden. Sie erklärten, sie unterstützten den europäischen Plan für Ashraf und verwarfen entschieden die Verlegung der Bewohner von Ashraf innerhalb des Irak, eine Maßnahme, die sie für den Vorläufer eines neuen Massakers halten würden. Die Gesetzgeber riefen überdies die internationale Gemeinschaft auf, den Nationalen Widerstandsrat Iran anzuerkennen.

In ihrer Rede bezeichnete Frau Rajavi die eskalierenden Streitigkeiten unter Mitgliedern des Mullahregimes als das »Zittern vor dem Sturz des Regimes« und einen »Reflex der Unzufriedenheit und der kritischen Situation auf der Straße«. Sie sagte: »Der Angriff, der auf Befehl des Mullahregimes am 8. April verübt wurde, war die Reaktion des Regimes auf die unerschütterliche freiheitssuchende Kraft in der iranischen Gesellschaft und ein Versuch, dem wankenden Regime das Gleichgewicht zu erhalten, denn sein Ende ist direkt mit der Existenz der Opposition verbunden. Dies ist eine Tatsache, deren Auswirkungen durch den Sturm der Erhebungen in der Region verschärft wurden … Die Weltgemeinschaft, besonders repräsentiert durch die Vereinten Nationen und die Vereinigten Staaten, ist für den Schutz und die Sicherheit der Bewohner von Ashraf verantwortlich. Untätigkeit darf nicht sein angesichts der Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Der Hinweis auf Achtung der irakischen Souveränität ist ein sinnloser Vorwand. Untätigkeit ist eine flagrante Verletzung internationaler Verpflichtungen.

Wie in den europäischen Plänen zur Lösung des Problems von Ashraf festgehalten, muss die Blockade von Ashraf beendet werden. Die Streitkräfte müssen abziehen und unverzüglich muss eine international besetzte, unvoreingenommene Untersuchung des Massakers vom 8. April eingeleitet werden. Die kleinste, aber dringendste Forderung für den Schutz der Bewohner von Ashraf bis zu einer endgültigen Klärung ist es, ein Team der UNAMI (Mission der Vereinten Nationen im Irak) im Lager zu stationieren. Wir rufen die Vereinigten Staaten und die Europäische Union auf, militärischen Schutz für diese Beobachter bereitzustellen.«


In einem anderen Teil ihrer Rede sagte Frau Rajavi: »Die USA sind verantwortlich dafür, dass der Weg zu Veränderungen im Iran blockiert wurde, denn sie haben die Hauptkraft der Veränderungen im Iran durch eine falsche Etikettierung in Fesseln gelegt.

Jetzt ist es notwendiger denn je, dem Urteil des US-Berufungsgerichts zu entsprechen und dem Appell von Kongressmitgliedern und hohen früheren Regierungsbeamten zu folgen, welche den Widerruf der Klassifizierung der Volksmudschaheddin als Terrorgruppe und die Anerkennung des iranischen Widerstandes fordern.

Wir rufen die Vereinigten Staaten auf, dieses als ungerecht herausgestellte Etikett zu entfernen und ihre Politik zu ändern, die bisher als Barriere auf dem Weg des iranischen Volkes zur Freiheit gewirkt hat.

Nun ist es Zeit, sich mit den Akten über die Verbrechen des Mullahregimes zu beschäftigen und sie dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zu übergeben, damit das iranische Volk wisse, wer auf internationaler Ebene zu ihm steht und wer zu den Mullahs hält.

Die Akten über die Mullahs müssen vom Sicherheitsrat dem Internationalen Strafgerichtshof im Haag übergeben werden.

Das iranische Volk will einen Haftbefehl gegen Khamenei, es will, dass er festgenommen werde, und das wird auch geschehen.«


18. Juni 2011

Samstag, 11. Juni 2011

bin die Stimme der Verfolgten und Ermordeten“




Iranische Exil-Politikerin Radschawi„Ich bin die Stimme der Verfolgten und Ermordeten“

Samstag, 26.03.2011, 19:12 · von FOCUS-Korrespondentin Ulrike Plewnia
Maryam Rajavi
dapd Die im Pariser Exil lebende Präsidentin des Nationalen Widerstandsrates im Iran, Marjam Radschawi
Die iranische Exil-Politikerin Marjam Radschawi fordert im FOCUS-Online-Interview vom Westen eine klarere Haltung zugunsten der Aufständischen in den arabischen Ländern. Von Deutschland verlangt sie ein Handelsembargo gegen Teheran.
FOCUS Online: Madame Radschawi, was halten Sie von der Intervention der Amerikaner, Franzosen und Briten zugunsten der Aufständischen in Libyen?

Marjam Radschawi: Ich begrüße das Eingreifen, auch wenn es erst nach einiger Verzögerung passiert. Die Militäraktionen sind absolut notwendig, um der Opposition gegen einen Despoten zu helfen, der sein Volk unterdrückt.

FOCUS Online: Was halten Sie von der deutschen Enthaltung im Sicherheitsrat?

Radschawi: Darüber bin ich enttäuscht. Die Deutschen wissen genau, wie wichtig eine solche Unterstützung für das Volk wäre. Ich sehe es kritisch, dass Deutschland keine aktivere Rolle spielt und nicht klar Position bezieht. Diese Zögerlichkeit schadet auch dem internationalen Zusammenhalt gegen das Regime von Machthaber Muammar el Gaddafi. Der Westen sollte die Aufständischen in den arabischen Ländern sowie die wachsende Opposition im Iran stärker unterstützen.

FOCUS Online: Ist ein Krieg gegen den libyschen Diktator mit amerikanischer und europäischer Beteiligung gerechtfertigt und könnte er im Nahen Osten nicht auch anti-westliche Ressentiments auslösen?

Radschawi: Das Eingreifen ist durch ein UN-Mandat gestützt. Eine weitere Politik der Beschwichtigung gegenüber Diktatoren verzögert nur die Entstehung von frei gewählten Regierungen. Der Westen trägt durch diese mutlose Haltung vor allem gegenüber dem Iran dazu bei, dass von dort islamischer Fundamentalismus und Terror exportiert werden. Unter dem Vorwand, die Stabilität in der Region zu fördern, haben diese Regierungen allzu lange stillgehalten. Schauen Sie etwa nach Tunesien – an Präsident Ben Ali hat sich 30 Jahre niemand gestört, weil er die Islamisten dort klein hielt. Das war falsch, zumal der schlimmste Nährboden für den Islamismus sich in Teheran befindet.

FOCUS Online: Warum verhielt der Westen sich so widersprüchlich?

Radschawi: Einerseits geht es dem Westen primär um wirtschaftliche Interessen, Iran ist ja auch ein wichtiger Handelspartner. Und schlimmer noch: Ich registriere einen Mangel von Wissen über die religiöse Diktatur, die im Iran herrscht. Dieses Regime kann sich nicht von innen heraus reformieren, das sollte der Westen verstehen. Immer wieder hoffte man auf Wandel, erst mit Rafsandschani, dann mit Chatami – stets vergeblich. Die Situation für die Menschen dort verschlimmerte sich immer nur.

FOCUS Online: Verlangen Sie Sanktionen und Boykotte, um die iranische Opposition zu unterstützen?

Radschawi: Der Westen sollte aus Iran kein Öl mehr beziehen, aber auch ein umfassender Warenboykott wäre wünschenswert. Die Bundesrepublik handelt mit mehr als 3000 Produkten und verkauft dem Iran Güter im Wert von rund vier Milliarden Euro im Jahr. Diese Einnahmen werden auch dazu verwendet, den Unterdrückungsapparat zu finanzieren, Terrorismus zu exportieren und die Atombombe zu bauen.

FOCUS Online: Träfe ein Boykott nicht die Bevölkerung?

Radschawi: Essentiell wären die Anerkennung und die moralische Unterstützung der Widerstandsbewegung dort. Iran ist ja ein reiches Land, aber 80 Prozent seiner Bürger leben derzeit in Armut, weil die Öl-Einnahmen nicht dem Volk zugutekommen. Die Iraner würden einen weitreichenden Boykott gutheißen, denn vom Handel mit dem Ausland profitieren sie sowieso nicht. Das Regime der Mullahs unterdrückt das iranische Volk weitaus brutaler als es Gaddafi tut. Die internationale Gemeinschaft sollte daher alle Beziehungen zu Teheran beenden.

FOCUS Online: Sehen Sie derzeit Grund für Hoffnung, dass das Regime abgelöst werden könnte?

Radschawi: Ja, durchaus. Es ist die Zeit der Hoffnung, auch wenn Iraner hingerichtet werden, nur weil sie an Demonstrationen teilgenommen oder ihre Kinder im Flüchtlingslager Camp Aschraw besucht hatten. Trotz all der Gewalt im Iran gibt es immer wieder Aufstände und die Menschen verlangen Freiheit, Gleichberechtigung und eine Trennung von Staat und Religion. Präsident Mahmud Ahmadinedschad begeht seine Verbrechen unter dem Vorwand des Islam und den schlimmsten Druck übt er somit auf Frauen aus. Die Iraner sind das leid. In unserem Nationalen Rat des Iranischen Widerstands engagieren sich übrigens 50 Prozent Frauen und sie wählten eine Frau an die Spitze.

FOCUS Online: Wann waren Sie zuletzt im Iran und könnten Sie dorthin zurückkehren?
Radschawi: In meiner Heimat war ich zuletzt vor 29 Jahren. Zwei meiner Schwestern wurden hingerichtet. Wenn ich einreiste, würde auch ich umgebracht. Bis es einen demokratischen Wechsel in Teheran gibt, arbeite ich im Exil in Paris weiter daran – als die Stimme der Verfolgten und Getöteten.


Marjam Radschawi
Die 57-Jährige ist Präsidentin des iranischen Nationalen Widerstandsrates. Die Oppositionspolitikerin lebt seit langer Zeit in Paris im Exil.

Grand Meeting 18 Juin 2011 a VILLEPINTE.wmv

18 JUNE 2011 GREAT Gathering PARIS.wmv